Rund 13 Hektar für Natur und Klimaschutz
Rund 13 Hektar für Natur und Klimaschutz
Rund 13,3 Hektar wertvolle Natur- und Erholungsflächen gehören künftig dauerhaft der Landeshauptstadt Erfurt. Die Stadt hat rund 6,9 Hektar Forstflächen und 6,4 Hektar landwirtschaftliche Flächen für Naturschutzzwecke erworben. Am 20. August 2026 übergaben der Geschäftsführer der BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH, Thomas Windmöller, und der Leiter der BVVG-Landesniederlassung Sachsen-Anhalt/Thüringen, Hans-Egbert von Arnim, die Flächen offiziell an den Beigeordneten für Finanzen, Beteiligungen und Theater der Landeshauptstadt Erfurt, Steffen Linnert.
Die erworbenen Flächen liegen westlich von Erfurt in einem ökologisch besonders wertvollen Grünland- und Auenbereich. Ein Flurstück befindet sich im Naturschutzgebiet „Alacher See“. Die weiteren Flurstücke liegen im Uferbereich sowie oberhalb des Weißbaches bei Schaderode. Der Weißbach und der angrenzende Orphaler Grund haben eine große Bedeutung für den Biotopverbund, den Naturschutz und die Erholung. Der Bereich soll künftig Bestandteil des geschützten Landschaftsbestandteils (GLB) „Orphaler Grund“ werden.
„Mit dem Erwerb der Flächen können wir wichtige Bereiche für Natur und Erholung dauerhaft in eigener Verantwortung sichern und weiterentwickeln. Der Orphaler Grund und das Weißbachtal gehören zu den wichtigsten Erholungsgebieten im Nordwesten Erfurts und sind zugleich ein Hotspot der biologischen Vielfalt“, sagt Steffen Linnert, Beigeordneter für Finanzen, Beteiligungen und Theater der Landeshauptstadt Erfurt.
Ein Teil der erworbenen Flächen wird vom Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e. V. im Rahmen des ENL-Förderprojekts „Erhalt von Streuobstwiesen für Flora, Fauna und Menschen in Erfurt“ genutzt. Dort sollen wertvolle Streuobstwiesen gesichert, gepflegt und weiterentwickelt werden. Auch ein Sortengarten ist vorgesehen und soll künftig zum Erhalt alter Obstsorten sowie zur Umweltbildung beitragen.
Eine weitere Teilfläche soll als „Stadtradelwald“ aufgeforstet werden. „Als Radfahrer freue ich mich besonders, dass wir hier einen Stadtradelwald etablieren können. Für jeweils 1.000 gefahrene Kilometer beim Stadtradeln wird traditionell ein Baum durch die Stadt gesponsert. Auf einer der erworbenen Flächen soll zunächst ein Hektar neuer Wald entstehen. Damit verbinden wir Engagement für nachhaltige Mobilität mit einem konkreten Beitrag für Natur und Klimaschutz“, so Linnert.
Auch aus Sicht des Umwelt- und Naturschutzes ist der Flächenerwerb von besonderer Bedeutung. „Mit den Flächen sichern wir wertvolle Lebensräume wie Halbtrockenrasen, Bachaue und Streuobstwiesen. Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Mittelthüringen können wir diese Lebensräume langfristig pflegen und weiterentwickeln. Davon profitieren zahlreiche Tier- und Pflanzenarten“, erläutert Jörg Lummitsch, Leiter des Umwelt- und Naturschutzamtes der Stadt Erfurt.
Die Flächen sollen darüber hinaus für weitere Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen genutzt werden. Unter anderem können im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zusätzliche Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung und Entwicklung umgesetzt werden.
Die Zusammenarbeit mit der BVVG erfolgte konstruktiv und vertrauensvoll: „Durch den Verkauf dieser Flächen können die naturschutzfachlichen Ziele der Stadt Erfurt unterstützt werden“, betont Thomas Windmöller, Geschäftsführer der BVVG. Die BVVG überträgt neben Flächen im Rahmen des Nationalen Naturerbes auch weitere Naturschutzflächen an Länder, Städte und Gemeinden sowie an von diesen beauftragte Organisationen.
„Der Erwerb eröffnet uns die Möglichkeit, diese wertvollen Flächen langfristig zu sichern und Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Damit schaffen wir gute Voraussetzungen dafür, dass Natur, Artenvielfalt und Naherholung auch künftig ihren festen Platz in Erfurt haben“, fasst Linnert zusammen.



